Draftsman

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You can’t keep balance on three legs. So he’s dancing. His feet are itching. He raises one leg after the other, plunges his toes in paint and gets going. Saucer-eyed she wants to hold him and make sure it doesn’t knock him off. Cute – the way he spins, dragging one foot, circling around his axis. The sheer sight of him makes her feel warm inside. Stirred. Colored. Smoothed out and not directed.

At the stroke of midnight the spook is over. Quickly peel off the feet and start all over again. We play spin-the-bottle, table turning and tear the window open. Sirens tell us to use red. Unscrew. Dip into. Sit down. The way he unrolls things makes you want to help him. Just let him, you’re telling yourself. She looks up. Starry-eyed, blue, red cheeks, everything is spinning. Carry on. Stay grounded.

There is a bang, there is a buzz. We have to tie him up so that he doesn’t run out of the room. The suction cups leave traces on the hallway - but just for one short moment. The paper corrugates but you cannot see the whitecap. You just feel it. Watch out that he doesn’t dry up. Pay attention that he doesn’t cause an imbalance. At times you have the notion that you understand technology. Why he doesn’t slump. Why nobody is laughing. He bounces, has got his space and does his laps until you switch him off and the music dies down. She takes him up and wipes his feet clean, all three of them. She puts the paper with the others, silently, exhausted. Start from scratch.

Stefanie Richter (translated by Christina Magdalinou)

Technischer Zeichner

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Auf drei Beinen kann man nicht stehen. Also tanzt er. Ihm jucken die Füße, er hebt ein Bein nach dem anderen, taucht die Zehen in Farbe und legt los. Sie reißt die Augen auf. Will ihn festhalten, aufpassen, dass es ihn nicht umhaut. Lieb ist das, wie  er sich so dreht, einen Fuß nachzieht, um die eigene Achse kreist. Ganz warm wird ihr dann, weil sie sich so freut bei seinem Anblick. Gerührt. Gestrichen. Glatt gemacht und ungelenkt.

Um null Uhr ist der Spuk vorbei. Schnell die Füße abstreifen, von vorne beginnen. Wir spielen Flaschendrehen, Tischrücken, reißen das Fenster auf. Sirenen sagen, dass wir rot nehmen sollen. Aufschrauben, eintauchen, hinsetzen. Wie er die Sache aufrollt, will man ihm nachhelfen. Lass ihn, sagst du. Sie schaut hoch, leuchtende Augen, blau, rote Wangen, alles dreht sich. Weitermachen. Auf dem Boden bleiben.

Es knallt, es dröhnt, wir müssen ihn festbinden, damit er nicht aus dem Zimmer läuft. Die Saugnäpfe hinterlassen Spuren auf den Dielen, aber nur im ersten Moment. Das Papier wellt sich, doch die Schaumkronen kann keiner sehen, nur fühlen. Pass auf, dass er nicht eintrocknet! Sieh zu, dass er kein Ungleichgewicht erzeugt. In manchen Momenten hat man das Gefühl, die Technik zu begreifen. Warum er nicht runterfällt. Warum keiner lacht. Er wackelt und hat Platz und zieht seine Bahnen, bis du den Schalter umlegst und die Musik ausgeht. Sie nimmt ihn hoch, wischt ihn ab, alle drei Füße. Legt das Blatt zu den anderen, still, erschöpft. Von vorn.

Stefanie Richter