Sambaelephant & Castle

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It's Boom Boom with streaks. And howling colours. I have a faible for that. I `ve read somewhere that you have to make a decision. Either you write down everything you hear or you make it up. I have never fictionalised, always stuck to the truth, one thing after another. There are coloured lines that travel somewhere. They start their journey as it shoving it in my face shooting out. Maybe they havent understood the joke, because they want to anticipate the punch-line before it explodes. It needs to explode before I set fire to anything.

Hijacking an aeroplane. And how do you make that recognizable. There are black holes in art where one gleans intelligence about the dangers. What kind of danger ? They are inherent in the execution, in the act, and the aftermath. How does you come down? I have simply missed the opportunity to jump off. I would land softly if the lines alighted on me, ever reached me. Confirming the slingshot lines. Speeding Motor- drawings. What's happening under the table can't be seen in the picture. How one leg trips another, how somebody has a foot in somebody else's door. Jammed between reality and desire. Between top and bottom and whatever. Untiring in search of new ways. Outside the fire extinguisher is standing to attention: I am here in the city, surrounded by material, I intentionally dont distance myself. What you have to think about all the time. Dreaming of the same thing the whole night. Waking up with the image — they have already taken off. Raising their glasses and drinking to one-hundred years of hurriedness. There is no way to return from where they touch down. It's hot there — they turn the heating off over Christmas.

Sitting in the aircraft and scratching long underpants. Flying over canvas with fat bottles of colour. They are not white not white like the departure itself, nor dirty. Unwashed, I expose this monster of blossoms to ridicule. Making the streaks that have nothing to do with all that stand upright every once in a while, allowing them to settle, sending them away. Let them go ahead. The outcome of this is the fable of boredom. Knabenwunderhorn. It won't be long before before we will have something to say to each other again. Ni hau. Chinese know-how. Letting go, letting it go, seeing it off into the heap with beautiful thoughts. If I am still go there. Hey Ya. I`m simply  going to do it. I am a terrorist who diverts fate. Working pants, elephant balloon, mobile telephone. Staging camouflaged handovers. Keeping a straight face, stumbling into agreements, slipping on acrylic. Landing on Sambaelephant & Castle, and Three Kings strike again. The choice of motives ranges from underhand to boastful and undecayed. Isn`t it so that in far off places you find the best Eselsbrücken? How do I feel about the sanded back streaks that disappear? How do I find them if I need to Keep them?

 

Yes, these are really questions that only concern me. The ones I fall asleep with awake to and go in bed with, peddle from door to door, and now gossip about and declare for insane. No, now finished, this is over, you have to have a chance to set yourself free. Let the colours go, someone said. That joke isn't funny anymore, I've heard. Give in, redirect, hijack the plane. Third-degree derailment. Fall flat on your face, loose your front teeth, torn between vices and dont lose sight of the pictures end.

Seducing the aeroplane, twisting the acrylic bottle's neck, forcing it to turn round. If this isn't punishable, one stroke must be enough. Touchdown. Again. Marathon. In spring yellow flowers bloom, and a collection of certificates. Well, what am I doing here. Colourfully meeting springtime head on? Nobody is safe anymore. Shake up everything, whatever you can get a hold of. That's the worst. Aesthetic everyday demands. Each day is New Years' Eve, and all the time the drinks keep getting cheaper. I only felt sick the moment I remembered. Holding my head, in penitence. Basically: they went on this trip without you. Networks I am unable to do anything about. I knew through that at any moment, everything could have had a different ending.

Martin Scholten (translated by James Cabet)

Sambaelephant & Castle

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Es gibt Bumm Bumm mit Strichchen. Und heulende Farben. Dafür habe ich ein Faible. Ich habe gelesen, man muss sich entscheiden. Entweder man schreibt alles mit oder man denkt sich was aus. Ich hab mir noch nie was ausgedacht. Immer schön bei der Wahrheit bleiben, alles der Reihe nach. Es gibt Linien, die mit ihren Farben irgendwo hinfahren. Die darauf abfahren mir ihre Reise unter die Nase zu reiben. Vielleicht kommt das daher, dass  sie den Witz nicht verstanden haben. Dass sie die Pointe vorwegnehmen müssen. Dass es knallen muss, bevor ich was angezündet habe.

Flugzeugentführung. Und woran man es erkennen kann. In der Kunst gibt es Dunkelräume, in denen man sich über die Gefahren informiert. Was für Gefahren? Sie stecken im Vollzug, im Akt, im Danach. Wie kommt man da bloß wieder runter? Den Absprung habe ich glatt verpasst. Windelweich würde ich landen, würden die Striche auf mir landen, bei mir angekommen sein. Nacheinander den Schleuderstrich bestätigen. Speeding Motor-drawings. Was unter der Tischkante abgeht, kann  man im Bild nicht erkennen. Wie da ein Bein sich dem anderen stellt. Wie ein Fuß in der Tür des anderen steckt. Eingeklemmt zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Zwischen unten drunter und überhaupt. Aber immer auf der Suche nach neuen Wegen. Draußen steht der Feuerlöscher Spalier, ich bin hier in der Innenstadt, um mich herum das Material, ich halte es absichtlich nicht bedeckt. Woran man alles denken muss. Die ganze Nacht nur das eine träumen. Mit dem Einbild aufwachen – sie hätten bereits abgehoben. Anstoßen auf hundert Jahre Eiligkeit. Wo sie aussteigen werden, gibt es kein zurück. Da ist es heiß – über Weihnachten macht man hier die Heizung aus.

Im Flugzeug sitzen und sich die lange Unterhose kratzen. Mit dicken Farbflaschen übers Nessel fliegen, sie sind nicht weiß, nicht weiß wie der Abschied, nicht dreckig, ungewaschen mache ich mich über Blütenmonster lustig. Immer mal aufstellen, die Strichchen, die mit alledem gar kein Problem haben, setzen lassen, wegschicken. Geht schon mal vor. Was dabei rumkommt, ist die Fabel von der Langeweile. Knabenwunderhorn. Es wird nicht lange dauern, bis man sich wieder was zu sagen hat. Ni hau. Chinesisches Know-how. Loslassen, loslassen, mit schönen Gedanken in den Stapel verabschieden. Falls ich dann noch da bin. Hey Ya, so mache ich das einfach. Ich bin ein Terrorist, der die Geschicke umlenkt. Arbeitshose, Elefanten- ballon, Funktelefon. Getarnte Übergaben inszenieren. Dabei die Fassung wahren, in Abmachungen stolpern, auf Acryl ausrutschen. Landung in Sambaelephant & Castel, mit Dreikönigssingern, die doch nicht kommen. Die Motivwahl reicht von hinterhältig über großkotzig und unverwest. Heißt es nicht immer, in der Ferne fände man Eselsbrücken. Wie ich das finde, wenn sich durchgeschliffen die Strichchen verdrücken? Wie ich sie wieder suche, falls ich sie dabehalten möchte?

 

Ja, das sind Fragen, die nur mich angehen. Mit denen ich einschlafe, aufwache, ins Bett gehe, hausiere, die ich ausplaudere und für verrückt erkläre. Nein, jetzt hab ich abgewunken, das ist jetzt erledigt, man muss sich auch mal frei machen können. Lass die Farben ziehen, sagte man, that joke isn't funny anymore, hörte ich. Einlenken, umlenken, den Flieger entführen. Entgleisung dritten Grades. Auf die Schnauze fliegen, sich das Gebiss raushaun, zwischen Hänger und Laster eingeklemmt auf das Ende des Bildes achten.

Flugzeugverführung, der Acrylflasche den Kopf verdrehen, sie zum Umlenken zwingen. Wenn das nicht strafbar ist, muss ein Strich genügen. Bodenkontakt. Nochmal. Dauerlauf. Zum Frühling gibt es gelbe Blumen und ein Päckchen mit Sammelbescheinigungen. Ja, was mache ich da. Farbenfroh dem Frühling auf die Pelle rücken? Niemand ist mehr sicher. Alles durchschütteln, was sich greifen lässt. Das ist das Schlimmste. Ästhetische Alltagszumutungen. Jeder Tag ist Silvester, und die Getränke werden auch immer billiger. Schlecht war mir nur im Moment der Rückbesinnung. An den Kopf fassen, ohne weiteres die Lücken büßen. Auf den Punkt gebracht: diesen Trip haben sie ohne dich gemacht. Vernetzung, denen ich nichts entgegenzusetzen vermag. Ich wusste, dass am Ende alles jederzeit auch anders hätte werden können.

Martin Scholten